Rennend
kann man zumindest nicht stehenbleiben, denke ich mir, während ich an einem verregneten Mittwoch Abend um zwanzig vor neun zum Lidl haste, um eine letzte Cola Zero vor dem Schlafen und für die letzten Stunden vor meinen Unterlagen zu ergattern.
Während ich die letzten Tage verzweifelt versuchte mir endlich eine Tagesstruktur anzueignen, um mal so ein klitzekleines Gefühl von "durchschnittlichem geordneten Leben" zu erhaschen, ertappe ich mich selbst dabei, wie ich mich für diesen Versuch abwechselnd selbst belächle oder dabei sabotiere. War es das was ich wollte? Ein durchschnittliches normales, geordnetes Leben? Wollte ich mich je einordnen? Je "ja sagen"? Je dazugehören? Ich glaube nicht. Ich fühlte mich nie stark in der Menge. Nie zugehörig. Selten souverän. Und allein? In anderen Welten...zu Hause. Wechselnd in Höhenflügen, sei es philosophischer, zwischenmenschlicher, emotionaler oder geistiger Natur, aber sodann auch gleich in tiefsinkenden Abstürzen hinein in ein grauenvolles schreiendes Nichts.
Dieses Nichts war noch jedes Mal der Anlass, der mich auf die Idee brachte in "die Gesellschaft" (wieder)einzugliedern, zu "sozialisieren", zu glauben ich brauchte Freunde und Menschen, die mir zeigten, dass da mehr als ein Nichts ist. Aber wissen und "suggerien, dass ..." scheinen hier getrennte Wege zu gehen. Kollektive Wahrheiten, kollektive Ansichten, kollektive Urteile sind selten vernünftiger Natur und noch seltener beziehen sie sich auf eine faktische Realität. Wie sonst würden Millionen Menschen tatenlos dem Massensterben von Tieren, der politisch organisierten Armut und dem politisch instrumentalisierten Militarismus einfach tatenlos gegenüberstehen? Ich kann das nicht ignorieren. So sehr ich sehe bzw sah, was wirklich geschieht, was Unrecht ist, was wirklich ist, wie die Welt funktioniert, wer ich bin und was ich will, umso weniger war ich handlungsfähig und umso weniger konnte ich etwas mit meinen Mitmenschen anfangen. Und umso mehr ich mit ihnen anfangen konnte desto weniger wusste ich von mir und der Welt. Weil sie meine Ansichten nicht teilen? Weil es leichter ist, es gemeinsam zu ignorieren und triviale Alltäglichkeiten auszutauschen? Oder bin ich von den falschen Menschen umgeben? Dieses Spiel macht mich so müde. Vielleicht mangelt es auch an meiner eigenen Fähigkeit eine eigenständige Weltsicht zu haben und dennoch soziale Beziehungen zu führen.. vielleicht mit Menschen, die meine Gedanken zumindest in manchen Zügen teilen oder verstehen können? Ich will nicht diesem Nichts, diesem verdeckten, mit tausend Plaudereien und Banalitäten zugedeckten Nichts entgegensehen.
Dieser ständige Identitätsverlust in der Identitätssuche macht mich so müde, diese Hast in der unaushaltbaren Stille - warum ist sie eigentlich unaushaltbar? Zu oft musste ich den zerreißenden Moment erleben, in dem ich dachte angekommen zu sein und es mir wenige Augenblicke später nicht reichte. Weil ich es mit niemandem teilen konnte. Mit niemandem teilen werde? Entweder ich bin zu gierig oder es fehlt wirklich etwas. Oder es liegt in meiner Sucht nach dem vollkommenen Moment, den es einfach nicht gibt oder nur sehr selten. Vielleicht sollte ich einfach hinnehmen, ja, mich sogar freuen über die Erkenntnis, dass die Summe der Teile mehr sind als die vergebliche Suche nach dem einen Teil, der Erkenntnis, des Moments, des vollkommenen Lebens, des Menschen - wo immer wieder nur ein hässliches Nichts übrig bleibt.
Dieser ständige Identitätsverlust in der Identitätssuche macht mich so müde, diese Hast in der unaushaltbaren Stille - warum ist sie eigentlich unaushaltbar? Zu oft musste ich den zerreißenden Moment erleben, in dem ich dachte angekommen zu sein und es mir wenige Augenblicke später nicht reichte. Weil ich es mit niemandem teilen konnte. Mit niemandem teilen werde? Entweder ich bin zu gierig oder es fehlt wirklich etwas. Oder es liegt in meiner Sucht nach dem vollkommenen Moment, den es einfach nicht gibt oder nur sehr selten. Vielleicht sollte ich einfach hinnehmen, ja, mich sogar freuen über die Erkenntnis, dass die Summe der Teile mehr sind als die vergebliche Suche nach dem einen Teil, der Erkenntnis, des Moments, des vollkommenen Lebens, des Menschen - wo immer wieder nur ein hässliches Nichts übrig bleibt.
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